Freitag, 27. April 2018

Tütensuppenglück: ein Buchtipp

Huijuijui, da hat die britische Autorin Kristen Bailey aber allerhand in ihre 448 Seiten gepackt: Juliet ist als 20-Jährige ungewollt schwanger geworden (Kondom geplatzt) von einem Mitstudenten, der sie eigentlich nur über den Ex hinweg trösten sollte. Nachgelegt wurde kurze Zeit später mit Zwillingen und dann nochmal mit einem kleinen rothaarigen Mädchen (aus Faulheit, keiner von beiden wollte ein Kondom holen...). Jools, wie sie auch genannt wird, wurde auch noch mit zehn Jahren von ihrer Mutter verlassen, was sie und ihre beiden jüngeren Brüder bis jetzt nicht wirklich verkraftet haben... Darüber wird aber - wie über so vieles andere - nicht geredet.

Ihre italienische Schwiegermutter Gia ist auch nicht glücklich mit der Ehe ihres geliebten Sohnes, der wegen der Großfamilie einen ungeliebten Buchhalterjob ausüben muss. Trotzdem geht es eigentlich gemütlich und lustig in der sechsköpfigen Familie zu - bis Jools eines Morgens in völlig desolatem Zustand (kein BH unterm Shirt, verstrubbeltes Haar etc.) im Supermarkt auf den immer wie aus dem Ei gepellten Fernsehkoch Tommy McCoy trifft, der in seinen Sendungen Einkaufswägen durchforstet und die Menschheit zu gesünderem Essen bekehren will. Prompt findet er auch Fischstäbchen und Fertig-Muffins und will Jools das Besseressen lehren. 

Übermüdet und gestresst wie sie ist, lässt sie sich nicht als Rabenmutter beschimpfen, ihr platzt vor laufender Kamera der Kragen. Mit unvorhersehbaren Konsequenzen: das Video gelangt auf YouTube und wird dort tausende Male angeklickt. Sie erfährt mehr Zuspruch von anderen Müttern als erwartet und wird flugs zu einer Ikone der "normalen" Familienesskultur. Doch der mächtige Geschäftsmann McCoy gönnt ihr die mediale Aufmerksamkeit nicht: er lässt Journalisten für sich arbeiten, streut Verleugnungen, seine Frau überrascht Jools in einer Fernsehsendung  - und schließlich fordert er sie vor laufender Kamera zu einem Kochwettbewerb heraus …

Währenddessen tauchen auch die verschollene Mutter und der Ex wieder auf. Ehemann Matt fühlt sich unverstanden und will den ganzen Rummel nicht. Gia bringt Jools Rezepte bei, ihr Vater, der die drei Kinder allein groß gezogen hat, auch. Das ist wie gesagt sehr viel auf einmal, aber spannend und amüsant zu lesen. Und wer gewinnt? Im Leben und im Fernsehen? Das wird an dieser Stelle natürlich NICHT verraten. Für Mütter und Foodies bestens geeignet das Buch!

Kristen Bailey: Tütensuppenglück
Rowohlt Taschenbuch Verlag
9,99 €, Kindleversion 4,99 €

Ein Rezensionsexemplar wurde mir vom Verlag zur Verfügung gestellt, danke!

Donnerstag, 26. April 2018

Und wo sind ihre Modefotos hin?

...wie Ihr vielleicht schon bemerkt habt, ist FRANZ-allesmitliebe inzwischen zu einem reinen Foodblog geworden. Mit meinen Modefotos bin ich jetzt zu Instagram gezogen. Unter #immer.schick könnt Ihr mich dort finden... Aber hier letzte Frühlingsimpressionen.


Mittwoch, 11. April 2018

Ökokisten-Reste-Kochen: Dattel-Birnen-Chutney mit Halloumi

Ich liebe meine wöchentlich Ökokiste ja heiß und innig, aber manchmal sind so Sachen drin: letztens Datteln und so viele Birnen und Orangen, die nicht alle wurden... Ein Chutney hatte ich vorher noch nie ausprobiert, also habe ich mein ganz eigenes Rezept kreiert, das ich mit euch teilen möchte. 



Datteln bringen hier statt Zucker die Süße ins Spiel, sind noch dazu sehr gesund und werden zurzeit sogar als Superfood gehypt. Wenn Ihr die Wahl habt, kauft die frische Version, die deutlich weniger Kalorien hat als die getrockneten Früchte. Aber auch die liefern viele Nährstoffe: Vitamin B und C, Eisen und Kalium, was gut für Herzgesundheit und Blutdruck ist. Außerdem finden sich Magnesium und Kalzium sowie die Aminosäure Tryptophan in Datteln.


Halloumi oder Grillkäse wie er auch genannt wird gibt es das ganze Jahr über in türkischen Supermärkten, zur Grillsaison auch in deutschen Geschäften, für Vegetarier immer eine gute Alternative bei Grillpartys. Der ursprünglich vor allem aus Schafsmilch hergestellte Käse ähnelt dem Mozzarella, ist aber fester und würziger. Er ist der „Nationalkäse“ Zyperns und ist auch in anderen Mittelmeerländern sehr beliebt. Ich habe ihn in dünne Scheiben geschnitten und in einer Grillpfanne mit etwas Öl von beiden Seiten angebraten. Das Chutney schmeckt aber natürlich auch hervorragend zu hellen Fleischsorten wie Schwein, Hühnchen oder Pute.


Frische bringt ein Salat in das Gericht, da könnt Ihr alles nehmen, was Saison hat, oder was Ihr gerne mögt. Mein Dressing besteht aus Olivenöl, Orangensaft, etwas weißem Balsamico, einem Teelöffel Djonsenf und natürlich Salz und Pfeffer.



Und das braucht man (für zwei mittelgroße Schraubgläser):

  • 3 EL Olivenöl
  • 6 frische Datteln, entkernt und klein geschnitten
  • 3 kleine Birnen, geschält, entkernt und ebenfalls in kleine Stücke geschnitten
  • Saft und Zesten von zwei Orangen
  • 1 mittelgroße rote Zwiebel, in dünne Streifen geschnitten
  • 200 ml Balsamicoessig
  • Salz, Pfeffer, Zimt, Nelken, je nach Gusto zum Abschmecken, evtl. noch etwas brauner Zucker


Und so geht’s:

  • In einem Topf mit dickem Boden das Öl erhitzen und die Zwiebeln und Dattelstücke karamellisieren lassen, die Birnenstücke dazu geben und anbraten
  • Nach ca. 10 Minuten mit dem Balsamico, Orangenzesten und –saft ablöschen und mindestens 1,5 Stunden einköcheln lassen, eventuell immer wieder etwas Wasser zugeben.
  • Die Konsistenz sollte marmeladig, aber nicht zu dick sein
  • Zum Schluss mit Gewürzen, Salz, Pfeffer und Zucker nach Gusto abschmecken und in saubere Schraubgläser füllen. 
  • Hält im Kühlschrank mindestens 6 Wochen.



Dienstag, 10. April 2018

Neue Liebe: Miso - das Kochbuch und ein Rezept für eine Frühlings-Ramen-Bowl

Das Kochbuch von Claudia Zaltenbach, erschienen im Hädecke Verlag, das ich euch heute vorstellen will, habe ich wie schon vieles auf der Seite der Community "Kochbuchsüchtig" gefunden. Hier dreht sich alles um Miso, die fermentierte Gewürzpaste, die jedem Gericht das gewisse "Umami" verleihen kann. Was das genau ist, wird übrigens unter anderem hier auch sehr gut erklärt, denn der Untertitel lautet "Rezepte - Kultur - Menschen".

Reise- und Food-Bloggerin Claudia Zaltenbach (dinnerumacht.de)lebte Mitte der 80er-Jahre in New York und machte auf einer ihrer kulinarischen Entdeckungsreisen dort Bekanntschaft mit Miso, was im Japanischen so etwas wie "Quelle des Geschmacks" heißt. Ein zweites "Erweckungserlebnis" hatte sie 2013 auf der "Biofach" in Nürnberg - mit einer simplen Tomatensuppe - verfeinert eben mit der fermentierten Sojabohnenpaste. Sie begann zu experimentieren, und jetzt hat sie ein wunderschönes Buch zum Thema veröffentlicht.

Unter anderem werden die verschiedensten Arten von Miso und ihre Verwendungsarten anschaulich erklärt, wie kam es nach Japan, wie ist die Entstehungsgeschichte, wie wird sie hergestellt... Die Theorie wird immer wieder mit schön fotografierten Rezepten unterbrochen. Interviews und Gastrezepte unter anderem von den Spitzenköchen Tanja Grandits, Lucki Maurer, Kudo Chiori oder Tohru Nakamura ergänzen das Ganze. Hervorragendes Miso in Bio-Qualität wird übrigens auch im Schwarzwald hergestellt. Claudia Zaltenbach hat Inhaber Peter Koch, der sich Miso Peter nennt ;-). Ich durfte es probieren und finde es ganz hervorragend: erdig, trotzdem frisch. Es ist direkt auf der Seite im Shop erhältlich: klick



Ich habe für euch natürlich auch ein Rezept ausprobiert:

Frühlings-Rahmen-Bowl

Und das braucht man (für 2 Personen):


  • 200 g getrocknete Ramen (habe ich nur über's Internet bekommen)
  • 100 g Knackerbesen oder Zuckerschoten
  • 250 g grüner Spargel
  • 8 frische Shitake-Pilze
  • 1 TL Butter
  • Salz, Shichimi Togarashi (japanische Gewürzmischung)
  • 600 ml gute Gemüsebrühe
  • 3 EL Shinshu Miso oder Shiro Miso
  • 1 EL Sojasauce
  • 1 Ei (Veganer lassen es natürlich weg...), 4 Minuten gekocht
  • 2 Frühlingszwiebeln, in Ringe geschnitten
  • 1/2 Bund frischer Koriander oder Dill
  • 1 Limette in Scheiben geschnitten




Und so geht's:


  • Ramennudeln nach Packungsanweisung kochen, durch ein Sieb abgießen, Sieb mit der Hand mehrmals schütteln, Nudeln auf zwei Schüsseln verteilen.
  • Knackerbsen oder Zuckerschoten an den Enden trimmen, Fäden entfernen, Spargel waschen und im unteren Drittel schälen. Mit einem Sparschäler in Streifen schneiden.
  • Shitake in Scheiben schneiden, in der Butter anbraten, salzen und mit dem Shichimi würzen.
  • Erbsen in kochendem Salzwasser etwa 2 Minuten blanchieren, dann die Spargelstreifen dazu geben und noch 2 Minuten weitergaren, abgießen und mit kaltem Wasser abschrecken.
  • Gemüsebrühe erhitzen, das Miso und die Sojasauce einrühren.
  • Die heiße Brühe über die Nudeln gießen, an den Rand abschnittsweise Pilz, Spargel, Schoten geben, das Ei pellen, halbieren und je eine Hälfte in die Mitte der Suppe setzen.
  • Mit den Frühlingszwiebeln und Kräutern garnieren, Limettenscheiben dazu reichen.


Bon appétit!



Claudia Zaltenbach: MISO. Rezepte, Kultur, Menschen, 216 Seiten, 198 Fotos, Hardcover mit Prägung und Lesebändchen, Hädecke Verlag, Weil der Stadt, 29,- €

Ein Rezensionsexemplar wurde mir vom Verlag zur Verfügung gestellt. Rezepteliste und weitere Infos hier.

Und das ist Lachs auf Pakchoi mit Miso-Tofucreme... Auch lecker!







Mittwoch, 28. März 2018

Das Jahreszeiten-Kochschule - Frühling und ein Rezept für Quarknocken von Richard Rauch

Im Buch heißen sie natürlich nicht Quarknocken, sondern "Topfennockerl mit eingemachtem Bärlauch-Kohlrabi“. Spitzenkoch Richard Rauch, der zusammen mit der Autorin Katharina Seiser die Rezepte dieser Kochschule entwickelt hat, ist nämlich Österreicher. Warum man das Gemüse "eingemacht" nennt, erschließt sich mir auch nicht ganz. Ansonsten ist das ein ganz wunderbares Buch, wenn auch etwas fleischlastig. 

Sommer, Herbst und Winter sind übrigens auch bereits im Brandstätter Verlag erschienen. Unterteilt ist es in Kapitel wie "Erstes Grün: Spinat, Salat & zarte Kräuter", "Spannende Stangen: Spargel" oder "Junges Gemüse: Erbsen, Kohlrabi & Co". Vorangestellt wird immer eine detaillierte Warenkunde mit sehr hübschen Zeichnungen, selbstverständlich gibt es ein Rezeptregister und Grundrezepte, zum Beispiel für eine Gemüsebrühe. Wer regional und saisonal kochen möchte, kommt hier voll auf seine Kosten. Spargelliebhaber bekommen verschiedene Saucen vorgestellt, abseits von der ewigen Béchamel... Die Rezepte sind anspruchsvoll, aber gut nachvollziehbar. Ich bin begeistert - eine wahre Fundgrube für frische Frühlingsküche, auf die wir uns gerade alle so freuen. Und hier das Rezept:

Topfennockerl mit eingemachtem Bärlauch-Kohlrabi


Und das braucht man (für 4 Personen):


Für die Topfennockerl:
  • 150 g entrindetes Toastbrot
  • 80 g weiche Butter ·
  • 4 Dotter
  • 250 g Topfen 20'%
  • 1 unbehandelte Zitrone ·
  • Salz, Muskatnuss

Für den eingemachten Kohlrabi:
  • 3 junge Kohlrabi
  • 2 Schalotten
  • 2 EL Butter
  • 1 EL glattes Mehl
  • 250 ml Molke natur
  • 1 unbehandelte Limette
  • 125 ml Obers (Sahne)
  • Salz, Chilipulver
  • je 1 Zweig franz. Estragon, Kerbel, Zitronenverbene
  • 100 g Bärlauch plus evtl. -blüten zum Bestreuen
  • 150 g Naturjoghurt




Und so geht's:


  • Für die Topfennockerlmasse Toastbrot würfeln. Butter und Dotter mit dem Handmixer schaumig
  • rühren. Topfen, Abrieb von ½ Zitrone und Toastbrotwürfel untermengen, mit Salz und Muskat
  • abschmecken und 30 Minuten ziehen lassen.
  • Während die Nockerlmasse zieht, Kohlrabi schälen und in 2–3 mm breite Streifen schneiden. Schalotten schälen und feinwürfelig schneiden. Schalotten in Butter in einem Topf kurz anschwitzen.
  • Mehl dazugeben und mitschwitzen. Mit Molke ablöschen und 1–2 Minuten kochen lassen. Kohlrabi und Limettenabrieb und -saft dazugeben, mit Obers auffüllen. Mit Salz und Chili pulver würzen und den Kohlrabi 2–3 Minuten weich dünsten.
  • Mit 2 feuchten Esslöffeln aus der Topfenmasse Nockerl formen, in Salzwasser ca. 10 Minuten leicht köcheln lassen. Herausheben und abtropfen lassen.
  • Kräuter abzupfen und fein hacken. Bärlauch in 3–4 cm breite Streifen schneiden. Kräuter und Bärlauch mit dem Joghurt unter den Kohlrabi mengen.
  • Kohlrabi anrichten, Nockerl daraufsetzen, mit frisch abgeriebener Schale der restlichen ½ Zitrone
  • bestreuen.


Ich habe noch geröstet Pinienkerne für den Crunch drüber gegeben und mehr Öl als Butter verwendet...

Bon appétit!

Weitere Rezepte im Buch (kleine vegetarische Auswahl):


  • Spargelsalat mit grünen Erdbeeren und Waldsauerklee
  • Spargelcremesuppe mit Zitrusfrüchten und knusprigem Spargel-Tempura
  • Gebackener Spargel mit Räucherlachs und Bärlauch
  • Kohlrabisalat mit Champignons und Mandeln
  • Karfiol mit Kernölschaum und Bröselbutter
  • Kohlrabisteak mit Wermutgelee und Wildkräutersalat
  • Topfenknödel mit Butterbröseln und Weichsel-Rotwein-Kompott
  • Geschmorter Rhabarber mit Ingwer und Schokoladensoufflé
  • Erdbeer-Stanitzel mit Veilchenrahm

...

Dienstag, 27. März 2018

Rezept: Pinkes Maki Sushi mit Bärlauch und grünem Spargel - vegan

Auf vielfachen Wunsch von meinen Facebook-Fans und -Gruppen verrate ich euch das Rezept zu meinem pinken Sushi, das nicht nur wunderhübsch aussieht, sondern auch lecker schmeckt. 

Dabei war das mein erster Versuch mit der Matte überhaupt. Die gibt es schon für 1,50 Euro in jedem Asia-Laden, dann braucht man noch Sushireis, der schön klebt, Reisessig und Noriblätter... Das Rezept habe ich abgewandelt, statt Rucola gibt es Bärlauch bei mir, es stammt aus der aktuellen Ausgabe von "Schrot und Korn", der kostenlosen Zeitschrift aus dem Bioladen.



Und das braucht man (für 4 Personen):


  • 400 g Sushireis
  • 3 EL Reisessig, alternativ Apfelessig
  • 2 EL Rohrrohrzucker
  • 1 TL Salz
  • 4 EL Rote-Bete-Saft
  • 300 g grüner Spargel
  • 4 Blätter Nori
  • 100g Rucola (hier Bärlauch!)
  • 4 EL Sesam
  • Sojasauce (hell)
  • Wasabi (optional, zum Einrühren in die Sojasauce)


Und so geht's:


  • Reis waschen und in 500 ml Wasser mit geschlossenem Deckel aufkochen. Bei niedriger Hitze 15 Minuten köcheln, bei ausgeschaltetem Herd 10 Minuten nachquellen lassen, Deckel abnehmen und komplett auskühlen lassen. (Ich habe das Rote-Bete-Gemisch schon untergemischt, als der Reis noch warm war)
  • Essig, Zucker, Salz und Rote-Bete-Saft verrühren und unter den Reis mischen.
  • Spargelenden abbrechen und 5 Minuten in kochendem Salzwasser blanchieren, abgießen und in Eiswasser abschrecken.
  • Je ein Noriblatt mit der rauen Seiten nach oben auf eine Sushimatte legen, etwa ein große Handvoll Reis gleichmäßig und dünn verteilen und andrücken. Es hilft, wenn man die Hände immer weiter nass macht, Achtung, das Noriblatt sollte man aber erst nur trocken berühren... Am oberen Rand ca. 1 cm frei lassen. Quer mit Bärlauch und Spargel belegen.
  • Sushirolle mithilfe der Sushimatte mit etwas Druck einrollen, das frei gebliebene Stück anfeuchten und weiter straff aufrollen.
  • In je acht Maki Sushi schneiden, mit Sesam bestreuen und mit Sojasauce servieren.


Bon appétit!

Dienstag, 13. März 2018

Neue Diätbücher und Rezepte, Teil 2: Bauch über Kopf und Schlank an einem Tag

Die Autorin Stefanie Wilhelm erlitt vor ein paar Jahren eine Erschöpfungsdepression, die einige Nahrungsunverträglichkeiten mit sich brachte. So wollte sie nicht mehr leben und krempelte ihr Leben komplett um. Sie kündigte ihren stressigen Marketing-Job und beschloss, Ernährungsberatung zu studieren.

"Wir sind, was wir essen", so könnte man ihre Philosophie beschreiben. Und es ist wirklich faszinierend zu erfahren, welch große Rolle unser Darm in unserem Körper spielt. Auf sehr eingängliche und unterhaltsame Weise erklärt Stefanie Wilhelm, wie Verdauung und Stoffwechsel genau funktionieren und welch großen Einfluss unsere Ernährung auf unser Gehirn und unsere Stimmung hat. Oder wusstet Ihr, dass wir zwei Kilos Darmbakterien besitzen, die immens wichtig sind?

Wie Essen unser Immunsystem beeinflusst, darum geht es in einem weiteren Kapitel. Im Prinzip will Stefanie Wilhelm einem aber klar machen, dass Nahrung gesund und glücklich machen kann und soll. Dazu gibt sie in einem 11-Schritte-Programm ganz konkrete Tipps und verrät einige Rezepte. Schön auch eine Liste mit Obst- und Gemüsesorten, die man besser Bio kaufen sollte (darunter Äpfel, Tomaten, Kartoffeln, Grünkohl, Gurken und Kopfsalat) und solchen, die man getrost "normal" erwerben kann: Mais, Ananas, Aubergine, Blumenkohl, Mango, Papaya usw.

Ich habe ein Rezept ausprobiert:

Buchweizensalat



Und das braucht man (für 2 Portionen):


  • 1 Tasse Buchweizen
  • 2 Tassen Wasser
  • 1 rote Zwiebel
  • 5 mittelgroße Tomaten
  • 1 handvoll Zuckererbsen (gab es nirgends, musste ich weglassen)
  • 1 kleine Zucchini
  • 1/2 Fenchel
  • 1 Knoblauchzehe
  • Olivenöl
  • Balsamico weiß
  • Salz, Pfeffer
  • 1 handvoll glatte Petersilie
  • Kürbiskeren


Und so geht's:


  • Buchweizen mit der doppelten Menge Wasser kochen, bis das gesamte Wasser aufgesaugt ist
  • Gemüse waschen und in grobe Stücke schneiden
  • Olivenöl erhitzen und Zwiebel darin 2-3 Minuten andünsten
  • Übriges Gemüse und Knoblach dazu geben und weiter andünsten, ca. 5 Minuten
  • Mit Salz, Pfeffer und Petersilie abschmecken
  • Mit dem Buchweizen mischen, mit dem Balsamico, mehr Olivenöl, Salz und Pfeffer nochmals abschmecken und mit den Kürbiskernen anrichten (kann man auch gut ins Büro mitnehmen!)


Tja, wie hat's geschmeckt? Mmh, ich sag' mal so: sehr gesund. Trotzdem fand ich die Lektüre des Buches echt spannend und ist es liebevoll und sehr ansprechend illustriert. Wer sich für gesunde Ernährung interessiert, ist hier genau richtig. Stefanie Wilhelm bloggt übrigens unter "healthyhappysteffi". Hier der Link klick. Erschienen ist das Buch im Kailash Verlag.



Auch eher um ein Ernährungskonzept als um eine Diät (was ja das Gleiche ist, haha) geht es in dem Kochbuch von Patric Heizmann. Er ist Fitness- und Ernährungsexperte und füllt große Hallen mit seinen Shows rund um Vitamine und gesunde Ernährung. "Schlank an einem Tag" soll einen durch einen sanften Einstieg mit Gelinggarantie auf eine langfristige Ernährungsumstellung einstimmen. 

Am "perfekten Tag" wird nach der Ernährungsuhr gegessen: mehr Eiweiß, Kohlenhydrate werden bewusst eingesetzt, es gibt gutes Fett, kurze Muskeltrainingseinheiten, Stress soll reduziert werden, Esspausen werden eingehalten. Dazu gibt es 80 leckere, gesunde Rezeptideen, viel Ernährungs-Know-how und Hintergrundwissen. Kleine Psychotricks helfen, unnötige Kalorienbomben zu durchschauen und wieder bewusster zu essen. "Iss besser und nicht weniger“ - heißt es bei Patric Heizmann. Mir als Vegetarierin sind seine - sicherlich sehr guten und gesunden - Rezepte leider zu fleischschlastig, außerdem weiß ich einfach schon sehr vieles, was er hier beschreibt. Es ist eher ein Buch für Leute, die vielleicht sehr wenig über Nährstoffe wissen und ihre Ernährung umstellen müssen, weil sie schon krank sind oder werden. Trotzdem: wer sich so ernährt, wird und bleibt sicher fit.

Erschienen ist es im Südwest Verlag. Beide Bücher wurden mir zur Rezension zur Verfügung gestellt, danke!