Donnerstag, 21. September 2017

Die roten Geheimnisse - ein Buch von Albert Espinosa (Club der roten Bänder)

Albert Espinosa, geboren 1973 in Barcelona, wo er auch heute noch lebt, ist Autor, Schauspieler, Film- und Theaterregisseur. Mit 14 Jahren erkrankte er an Knochenkrebs, verlor im Laufe der Krankheit ein Bein, einen Lungenflügel und Teile seiner Leber, zehn Jahre verbrachte er mehr oder weniger im Krankenhaus. Er schrieb das autobiografische Drehbuch zur sehr erfolgreichen Vox-Serie "Club der roten Bänder". Seitdem hat Albert Espinosa weitere Romane und Sachbücher veröffentlicht. 

"Die roten Geheimnisse" (kailash Verlag) ist eine Art Ratgeber zum Glücklichsein. Den ersten Teil hat Espinosa angeblich in der Nacht geschrieben, in der sein Vater starb. Nicht krampfhaft nach dem Glück soll man suchen, sondern jeden Tag das Leben feiern, das ist kurz und knapp die Botschaft des Buches, das allen helfen soll, die gerade vielleicht mit einem großen Verlus zu kämpfen haben. Dabei unterteilt er die Menschen in Draufhauer und Lupfer: "Draufhauer kritisieren jede Veränderung. Sie werden dir versichern, dass wahres Glück überhaupt nicht möglich ist und dass du von neuen Sachen besser die Finger lässt... (...) Du hingegen musst ein Lupfer sein und den Ball erreichen, bevor er die Erde berührt. Zu lupfen bedeutet, schnell und intuitiv auf das Leben und Ungerechtigkeiten zu reagieren."
Das erste Kapitel soll dann „eingeatmet“ werden: die Schrift ist extrem groß, manchmal findet man auf einer Seite nur eine Weisheit à la Espinosa wie "Zu leben heißt glücklich zu sein" oder "Schluss mit Hektik und Stress, die Gegenwart ist dort, wo du dich jetzt gerade befindest."
Nun ja, ich habe das Buch (376 Seiten!) - ehrlich gesagt - schwer durchgehalten. Natürlich ist viel Wahres dran, man sollte in der Gegenwart leben und das Hier und jetzt genießen, aber das Ganze ist schon ziemlich künstlich aufgeblasen. Hübsch anzusehen beim Durchblättern, ja... Alles ist mit netten Bildchen illustriert, ja gut, man kann es einfach an einer Stelle aufschlagen und sich inspirieren lassen, Anleitungen zum Zufriedensein...

Montag, 18. September 2017

Verstecken gilt nicht! Ein Buch für Schüchterne, die es nicht mehr sein wollen

Die Autorin dieses auch haptisch sehr schön gestalteten Ratgebers (kailash), Melina Royer, litt in ihrer Kindheit und Jugend unter ihrer extremen Schüchternheit, was darin gipfelte, dass sie kurz vor dem Abitur die Schule verließ, weil sie schlicht und einfach zu viel Angst vor den Lehrern und dem ganzen System hatte. Ihre eigene Schüchternheit schildert sie sehr anschaulich im ersten Drittel des Buchs: "Allein die Aussicht, mit mehr als zwei fremden Leuten in einem Raum zu sitzen, macht, dass sich mir die Nackenhaare aufstellen. (...) In einer Art Dauerschleife kreisen dann nur noch diese Fragen in meinem Kopf herum: Was denken die Leute von mir? Wie sehe ich gerade aus? Mache ich mich gerade total lächerlich?, Was ist, wenn ich etwas Falsches sage?"

Melina Royer ist zudem noch introvertiert und hochsensibel, was die Sache nicht gerade einfacher für sie machte. Dabei können Schüchterne im Innern tolle interessante Persönlichkeiten sein, die sich einfach schlecht mitteilen können und sich eher mit vertrauten Personen wohl fühlen. Irgendwann wollte Melina Royer raus aus ihrem Schneckenhaus, ihrer Komfortzone, wie sie diese bezeichnet, und raus aus ihrer selbstgewählten Opferrolle. Sie gründete den Business-Blog Vanilla Mind, durch den sie Gleichgesinnte findet, denen sie mit Rat und Tat zur Seite steht. Das macht sie (immer noch) glücklich. Wem es ebenso geht wie der gelernten Grafikerin, findet im zweiten Teil des Buchs jede Menge Tipps und Tricks, wie man sein Selbstbewusstsein stärken und schließlich "die Welt erobern" kann: ein positives Mindset, Rituale, mentale Affirmationen, Sport und ein unterstützendes Umfeld helfen Schüchternen, stärker zu werden und ihre Blockaden zu überwinden.
Melina Royer schreibt sehr anschaulich, selbstironisch und witzig, es macht Spaß, sie auf ihrem Weg in die Selbstachtung zu begleiten. Ich bin selber hochsensibel und habe mich auch vor allem in den Begleiterscheinungen, sie sie beschreibt sehr gut wieder finden können: Schwarz-Weiß-Denken, Gedankenkarussells, die einen den Schlaf rauben können, und Perfektionismus, der einem das Leben zur Hölle machen kann.
Weitere sieben Frauen mit ihren Erfahrungsberichten kommen übrigens auch zu Wort, um aufzuzeigen, wie verbreitet Selbstzweifel sind und wie unterschiedlich man mit seinen Problemen umgehen kann. Hätte ich einen solchen Ratgeber mal schon früher in meinem Leben gehabt... Klare Empfehlung!

Buch-Tipp:
Melina Royer: Verstecken gilt nicht! Wie man als Schüchterner die Welt erobert (kailash Verlag)

Mir wurde freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, danke!



Mittwoch, 13. September 2017

Sehnsucht nach Griechenland: Helmuts Kolumne

Heute gibt es ein superschnelles, superleckeres Rezept von Helmut Ketteniß, meinem Mitstreiter bei der Küchenschlacht, Gourmet und begnadeter Koch. Eigentlich ist es aber von seiner Frau Iris, aber es bleibt ja in der Familie. Sie macht auch bald bei der KS mit. Tja, wie nennen wir das? Schafskäseleckerei aus dem Ofen? Griechisches Allerlei? Egal. Ran an den Backofen, vorheizen, paar Zutaten kaufen und los geht's!

Und hier das Rezept (wie immer in Helmuts Wortlaut)


250 gr. Schafskäse, entweder in dicke Scheiben oder kleine Stücke brechen. 1 rote Zwiebel in Scheiben schneiden, 3 Knoblauchzehen in dünne Scheiben schneiden, 1 rote Paprika in feine Streifen schneiden, Oliven in dünne Ringe schneiden, Peperoni in Stücke schneiden. 
Ein Stück Chorizo pikant in dünne Scheiben schneiden. 


Das Gemüse mit Olivenöl in einer Pfanne dünsten, gut mit Pfeffer und Salz würzen. Die Chorizo kurz mitdünsten. In einer Auflaufform den Schafskäse verteilen, darüber das Gemüse mit der Chorizo geben, eventuell noch etwas Olivenöl dazugeben. Bei 160°C ca. 10 min. in den Backofen. Mit Ciabatta zusammen schmeckt es wie in Griechenland!

Dienstag, 12. September 2017

Vegane Moussaka - nach Attila Hildmann: ein Rezept

Hallo Ihr Lieben, da bin ich wieder. Nicht so wirklich erholt, da mich vor unserem Familienurlaub auf der Insel Cres eine schlimme Sommergrippe erwischt hat, die sich dann in einem engen Zimmer zu einer ausgewachsenen Bronchitis entwickelt hat. Sei's drum. Dieses Rezept habe ich auf dem Blog von Andrea Burkhardt, die auch schon bei der Küchenschlacht mitgemacht hat, entdeckt. Eigentlich ist es vom veganen Fitness-Pabst Attila Hildmann. Aber hier erst noch ein paar hübsche Bilder von der Insel, die konnte ja nichts dafür, dass ich krank war.








Und hier ist das Rezept:

Vegane Moussaka


Das braucht man (für 8 Türmchen):



  • 1 große Süßkartoffel und 2 Auberginen (ungefähr gleich im Durchmesser)
  • 300 g Tofu oder Sojagranulat
  • 1 große Zwiebel
  • 1 Lauchzwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 150 g Tomatenmark
  • 1 TL Ahornsirup (oder Agavendicksaft)
  • 30 ml Rotwein
  • 1 EL Zitronensaft
  • Salz, Pfeffer, Chiliflocken, Olivenöl




 

Topping:

  • 30 g Sesampaste (Tahini, gibt’s im Asialaden)
  • 50 ml Kokosmilch (oder Hafermilch, was Ihr zum Strecken so vorrätig habt)
  • 1 EL Wasser
  • 1 EL gehackte Petersilie
  • 1 TL Zitronensaft
  • Salz, Pfeffer 

Und so geht’s:


  • Backofen auf 250 °C vorheizen. Süßkartoffeln schälen und in dünne Scheiben schneiden. Auberginen waschen und in etwa 1 cm dicke Scheiben schneiden, salzen und ca. 15 Minuten schwitzen lassen, das herausgetretene Wasser mit Küchenkrepp abtupfen.
  • 2 EL Olivenöl und ½ TL Salz mischen. Süßkartoffeln und Auberginen damit vermengen. (oder damit einpinseln)
  • Auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und im Ofen ca. 15 Minuten auf der obersten Schiene backen, bis das Gemüse leicht Farbe annimmt.
    Inzwischen den Tofu zerbröseln (falls man kein Granulat zur Verfügung hat).
  • Zwiebel und Knoblauch dazugeben und weitere 3 Minuten braten. Mit Tomatenmark und Ahornsirup 1 Minute weiterbraten, salzen, pfeffern und mit Rotwein ablöschen.
    Pfanne vom Herd nehmen.
    Für das Topping Sesampaste mit Wasser und Kokosmilch in einem kleinen Topf erhitzen. Petersilie unterheben, mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer würzen.
  • Zum Anrichten Türmchen schichten: dafür abwechselnd 1 Auberginenscheibe, etwas Tofuhack, 1 Süßkartoffelscheibe und etwas Tofuhack stapeln, bis die Zutaten verbraucht sind. Saftiger wird es, wenn man auch auf das Hack jeweils etwas von der Tahinisauce tröpfelt. Weil das Ganze so kang dauert, kann man die Türmchen am Ende nochmals im Ofen erwärmen, dann wird das Ganze auch schlotziger. Vor dem Servieren jeweils 1 EL Topping auf den Türmchen verteilen.
Bon appétit!



Mittwoch, 19. Juli 2017

Ein Buch für Eltern: Ab ins Netz?!

Heute geht es mal ausnahmsweise nicht um Essen, Trinken und Genießen, sondern um ein sehr wichtiges Thema, das vor allem Eltern betrifft: den Umgang mit dem Internet. Wegzaubern oder wegdenken kann man es einfach nicht mehr, auch wenn sich das manche sicherlich gerade beim Verhandeln mit ihren Sprösslingen wünschen würden. Die Autorin Katja Reim (geb. 1974) ist selbst Mutter einer Tochter, außerdem Journalistin und "von Natur aus neugierig". Sie bloggt seit Jahren über ihre Aha-Erlebnisse in der digitalen Welt (www.mein computerkind.de), ist außerdem oft zu Gast in Diskussionsrunden, Tagungen und Kongressen zum Thema Medienkompetenz. Und das merkt man den gut und flüssig geschriebenen Texten auch an.

Katja Reim hat ihre Tochter Maria Schritt für Schritt in die Medien- und digitale Welt begleitet. Dabei vertraute und vertraut sie immer auf ihre Intuition und verkneift sich "digitale Nannys", mit denen man Kinder und ihre Wege im Netz überwachen kann. Ich konnte selber noch einiges lernen: wer weiß schon genau, wie das Internet eigentlich entstanden ist, wer es erfunden hat etc. Weitere wichtige Themen sind Werbung, Spiele, Quellen, Datenlecks, Cybermobbing, und ja, auch das Thema Pornos wird angeschnitten. Das Ganze ist mit Zeichnungen von Diana Meier-Soriat illustriert, die die oft komplexen Zusammenhänge visualisieren, außerdem gibt es zu jedem Kapitel weiterführende Links.
Der Autorin gelingt es, die digitale Welte weder zu verteufeln noch in den Himmel zu loben. Sehr lesenswert für alle Eltern, die einen vernünftige Umgang weitergeben und erlernen wollen.

Katja Reim: Ab ins Netz?! Wie Kinder sicher in der digitalen Welt ankommen und Eltern dabei entspannt bleiben (Kösel-Verlag)

Ein Rezensionsexemplar wurde mir vom Verlag zur Verfügung gestellt, danke!

Dienstag, 18. Juli 2017

Easy Peasy - ein neues Kochbuch und das Rezept für den "Grünen Morgen"

Meine Kochbuch-Leidenschaft wird nie nachlassen. Und auch wenn der Mann immer sagt, huch schon wieder eines und warum lädst du das nicht auf dein iPad? Ganz einfach, weil ich gerne blättre, und wenn es dann auch noch so wunderbar bebildert ist wie "Easy Peasy - Einfach kochen mit 2 bis 8 Zutaten" (Callwey), ist das eine wunderbare visuelle und haptische Erfahrung. Erfunden hat die veganen simplen Rezepte die Japanerin Risa Nagahama. Sie ist die Partnerin des Fotografen Joerg Lehmann. Sie lernten sich 2007 in Paris kennen, jetzt leben sie ein paar Jahren in Berlin. Kulinarisch war die deutsche Hauptstadt für die beiden erst einmal ein Schock - im Vergleich zu Paris oder Tokyo. Aber schaut doch einfach erst Mal mit mir ins Buch, Söhnchen hat geblättert...


"Wir mussten auch feststellen, dass Essengehen nicht funktioniert wie in Paris. In Frankreich waren wir es gewohnt, in einem Restaurant ein Menü mit drei Gängen zu bekommen. Dabei waren die Portionen von der Vorspeise bis zum Dessert genau richtig bemessen, um einen angenehmen Abend zu zweit zu verbringen."

In Berlin saßen die beiden plötzlich vor riesigen Portionen, so begann Risa selbst zu kochen. 2016 starteten sie dann das vorliegende Kochbuch-Projekt, in das die Reiseerfahrung von Joerg Lehmann und die japanischen Wurzeln von Risa ein wichtige Rollen spielen. Wenige Zutaten und Aromen werden hier verwendet, die Gerichte lassen einem trotzdem sofort das Wasser im Munde zusammenlaufen. Unterteilt ist es in die Kategorien "Morgens", "Mittags", "Zwischendurch" und "Abends". Sehr originell sind auch auch die Titel wie "Japanisch für Anfänger", "Scharf im Sofa" oder "Wie damals, nur anders".

Ich habe mich am "Grünen Morgen" versucht und daraus einfach eine sommerliche gekühlte Gazpacho gezaubert. Meine Fotos müsst Ihr verzeihen, bin eben nicht Joerg Lehmann. Geschmeckt hat es trotzdem sehr.


Und das braucht man:

(für 1 Person sagt Risa, ich finde als Vorspeise reicht es für 2)
  • 1 mittelgroße Salatgurke
  • 3-4 Zweige frische Minze
  • 10 g Erbsensprossen (hatte ich nicht)
  • Pfeffermix
  • 1 Limette
  • 250 g Erbsen, frisch oder TK

Und so geht's:

  • Erbsen 2 Minuten in kochendem Wasser garen, abschütten, kalt abschrecken und abkühlen lassen
  • Gurke waschen und in grobe Scheiben schneiden, Sprossen, Minze waschen und trpcken schütteln
  • Limettensaft, Gurke, Erbsen, Sprossen und Minze in ein hohes Gefäß geben und pürieren. (Risa gibt 150 ml Wasser dazu, das war uns zu viel, ein Schuss reichte uns)
  • Mit Salz und Pfeffer abschmecken und gekühlt mit Minze garniert servieren (etwas Tabasco kam gut!)


Bon appétit!

Ein Rezensionsexemplar wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt, danke!