Mittwoch, 19. Juli 2017

Ein Buch für Eltern: Ab ins Netz?!

Heute geht es mal ausnahmsweise nicht um Essen, Trinken und Genießen, sondern um ein sehr wichtiges Thema, das vor allem Eltern betrifft: den Umgang mit dem Internet. Wegzaubern oder wegdenken kann man es einfach nicht mehr, auch wenn sich das manche sicherlich gerade beim Verhandeln mit ihren Sprösslingen wünschen würden. Die Autorin Katja Reim (geb. 1974) ist selbst Mutter einer Tochter, außerdem Journalistin und "von Natur aus neugierig". Sie bloggt seit Jahren über ihre Aha-Erlebnisse in der digitalen Welt (www.mein computerkind.de), ist außerdem oft zu Gast in Diskussionsrunden, Tagungen und Kongressen zum Thema Medienkompetenz. Und das merkt man den gut und flüssig geschriebenen Texten auch an.

Katja Reim hat ihre Tochter Maria Schritt für Schritt in die Medien- und digitale Welt begleitet. Dabei vertraute und vertraut sie immer auf ihre Intuition und verkneift sich "digitale Nannys", mit denen man Kinder und ihre Wege im Netz überwachen kann. Ich konnte selber noch einiges lernen: wer weiß schon genau, wie das Internet eigentlich entstanden ist, wer es erfunden hat etc. Weitere wichtige Themen sind Werbung, Spiele, Quellen, Datenlecks, Cybermobbing, und ja, auch das Thema Pornos wird angeschnitten. Das Ganze ist mit Zeichnungen von Diana Meier-Soriat illustriert, die die oft komplexen Zusammenhänge visualisieren, außerdem gibt es zu jedem Kapitel weiterführende Links.
Der Autorin gelingt es, die digitale Welte weder zu verteufeln noch in den Himmel zu loben. Sehr lesenswert für alle Eltern, die einen vernünftige Umgang weitergeben und erlernen wollen.

Katja Reim: Ab ins Netz?! Wie Kinder sicher in der digitalen Welt ankommen und Eltern dabei entspannt bleiben (Kösel-Verlag)

Ein Rezensionsexemplar wurde mir vom Verlag zur Verfügung gestellt, danke!

Dienstag, 18. Juli 2017

Easy Peasy - ein neues Kochbuch und das Rezept für den "Grünen Morgen"

Meine Kochbuch-Leidenschaft wird nie nachlassen. Und auch wenn der Mann immer sagt, huch schon wieder eines und warum lädst du das nicht auf dein iPad? Ganz einfach, weil ich gerne blättre, und wenn es dann auch noch so wunderbar bebildert ist wie "Easy Peasy - Einfach kochen mit 2 bis 8 Zutaten" (Callwey), ist das eine wunderbare visuelle und haptische Erfahrung. Erfunden hat die veganen simplen Rezepte die Japanerin Risa Nagahama. Sie ist die Partnerin des Fotografen Joerg Lehmann. Sie lernten sich 2007 in Paris kennen, jetzt leben sie ein paar Jahren in Berlin. Kulinarisch war die deutsche Hauptstadt für die beiden erst einmal ein Schock - im Vergleich zu Paris oder Tokyo. Aber schaut doch einfach erst Mal mit mir ins Buch, Söhnchen hat geblättert...


"Wir mussten auch feststellen, dass Essengehen nicht funktioniert wie in Paris. In Frankreich waren wir es gewohnt, in einem Restaurant ein Menü mit drei Gängen zu bekommen. Dabei waren die Portionen von der Vorspeise bis zum Dessert genau richtig bemessen, um einen angenehmen Abend zu zweit zu verbringen."

In Berlin saßen die beiden plötzlich vor riesigen Portionen, so begann Risa selbst zu kochen. 2016 starteten sie dann das vorliegende Kochbuch-Projekt, in das die Reiseerfahrung von Joerg Lehmann und die japanischen Wurzeln von Risa ein wichtige Rollen spielen. Wenige Zutaten und Aromen werden hier verwendet, die Gerichte lassen einem trotzdem sofort das Wasser im Munde zusammenlaufen. Unterteilt ist es in die Kategorien "Morgens", "Mittags", "Zwischendurch" und "Abends". Sehr originell sind auch auch die Titel wie "Japanisch für Anfänger", "Scharf im Sofa" oder "Wie damals, nur anders".

Ich habe mich am "Grünen Morgen" versucht und daraus einfach eine sommerliche gekühlte Gazpacho gezaubert. Meine Fotos müsst Ihr verzeihen, bin eben nicht Joerg Lehmann. Geschmeckt hat es trotzdem sehr.


Und das braucht man:

(für 1 Person sagt Risa, ich finde als Vorspeise reicht es für 2)
  • 1 mittelgroße Salatgurke
  • 3-4 Zweige frische Minze
  • 10 g Erbsensprossen (hatte ich nicht)
  • Pfeffermix
  • 1 Limette
  • 250 g Erbsen, frisch oder TK

Und so geht's:

  • Erbsen 2 Minuten in kochendem Wasser garen, abschütten, kalt abschrecken und abkühlen lassen
  • Gurke waschen und in grobe Scheiben schneiden, Sprossen, Minze waschen und trpcken schütteln
  • Limettensaft, Gurke, Erbsen, Sprossen und Minze in ein hohes Gefäß geben und pürieren. (Risa gibt 150 ml Wasser dazu, das war uns zu viel, ein Schuss reichte uns)
  • Mit Salz und Pfeffer abschmecken und gekühlt mit Minze garniert servieren (etwas Tabasco kam gut!)


Bon appétit!

Ein Rezensionsexemplar wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt, danke!

Montag, 17. Juli 2017

Sommerfrischer Salat: Rezept für eine Bowl à la niçoise



Heute gibt es von mir ein frisches Rezept für heiße Tage. Denn da will man abends nicht mehr groß mit dampfenden Töpfen hantieren, deshalb gibt es Salat – modern angerichtet in einer Bowl.



Erfunden wurde dieses Rezept nicht, wie man annehmen könnte, im sonnigen Nizza, nein, anscheinend hatten die Pariser Sehnsucht nach dem Süden. Veröffentlicht wurde es erstmals 1893, der Küchenchef Auguste Escoffier machte es 1903 in einer Zeitschrift berühmt. Die Zutaten können etwas variieren, mal sind Artischocken mit dabei, mal Paprikaschoten und Zwiebeln. Wer mag, kann auch ein Tunfischfilet verwenden, das wäre dann die Luxusvariante. Ich nehme schnöden Fisch aus der Dose, aber natürlich Delfin-freundlich gefangen: nur einzeln mit der Angelrute, klar. Vegetarier, beziehungsweise Veganer lassen den Fisch und die Eier einfach weg, der Salat ist trotzdem sättigend und schmeckt. Ich habe die Kartoffelspalten im Ofen gebacken, Ihr könnt aber auch gekochte Kartoffeln verwenden. Einfach gut abkühlen lassen oder über Nacht im Kühlschrank aufbewahren. Anrichten kann man das Ganze natürlich auch in einer großen Schüssel oder auf einem Teller. Aber Bowls sind im Moment total angesagt, deshalb stelle ich euch diese Variante vor, hübsch sieht es allemal aus, oder?


Und das braucht man (pro Person und Bowl):

  • 1 Tomate
  • 1 Handvoll grünen Salat (Eisberg oder so)
  • 1 gekochtes hartes Ei
  • 1 halbe Dose Tunfisch
  •  Schwarze Oliven ohne Kern (5-8)
  •  1 Büschelchen Rucola
  •  1 große Kartoffel (gekocht oder gebraten)
  • 2 Sardellenfilets
  • 1 Handvoll gekochte grüne Bohnen (10 Minuten in Salzwasser, gut mit kaltem Wasser abschrecken!)
  • Dressing aus 2 Teilen Olivenöl, 1 Teil Weißweinessig, 1 TL Dijonsenf, Salz, Pfeffer, etwas Zucker


Und so geht’s:


  1. Salat zerzupfen und als Grundlage in die Bowl schichten, mit etwas Dressing beträufeln
  2. alle anderen Zutaten hübsch rundum in die Schale geben, den Tunfisch oben drauf drapieren, alles mit den Dressing beträufeln, (in der Fachsprache heißt das napieren (man lernt nie aus), kräftig mitPfeffer würzen und servieren.
Bon appétit!

Mittwoch, 5. Juli 2017

Frisches für den Sommer: Köfte, Petersiliensalat und Minz-Joghurt

Lammhack gab es auf dem Wochenmarkt, also fielen mir sofort Köfte ein. Viele Rezepte, die ich gegoogelt habe, enthielten Eier und altes Brot, da mein Hack aber sowieso genug Fett hatte, probiert ich diese Variation ohne alles. Die Fleischmasse wurde nur mit kleingehackter Zwiebel und vielen Gewürzen wie Kreuzkümmel, Kurkuma und Zhatar (das ist eine Mischung bestehend aus Sumach, Sesam, Oregano und Thymian, die ich durch ein Kochbuch von Yotam Ottolenghi und Sami Tamimi entdeckt habe) vermischt, zu länglichen Laibchen geformt und ausgebraten.



Dazu gab es einen erfrischenden Joghurt-Minze-Dip (Schafsjoghurt Vollfett mit klein geschnittener Minze, Zitronensaft, Salz und Pfeffer kräftig würzen und im Kühlschrank mindestens eine Stunde ziehen lassen) und einen Salat, den ich im Sommer immer wieder sehr gerne zubereite. Er passt auch gut zu Gegrilltem. Und hier ist das Rezept für euch:

Petersiliensalat


Das braucht man (für 4 Personen als Beilage):

  • 1 große Salatgurke
  • 4 Tomaten
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln
  • 1 Bund frische glatte Petersilie
  • Saft einer Zitrone
  • Olivenöl, Meersalz, Pfeffer, etwas Zucker
  • etwas zerbröckelten Feta (muss nicht)


Und so geht's:

  • Gurke schälen, entkernen, vierteln und in Stücke schneiden
  • Tomaten ebenfalls entkernen und in kleine Stücke schneiden
  • Frühlingszwiebeln in dünne Ringe schneiden
  • Petersilie waschen, trocken schütteln, von den Stielen zupfen und hacken
  • alle in einer großen Schüssel mischen und das Dressing aus Zitronensaft, Öl, Salz, Pfeffer und Zucker unterziehen, fertig.

Der Salat sollte etwas ziehen, danach nochmals abschmecken!

Montag, 3. Juli 2017

Wochenend-Ausflug zum Starnberger See

Einmal im Jahr mache ich mit Mutter und Schwester einen Mädelsausflug über ein Wochenende - meistens irgendwohin in Oberbayern oder Tirol. Und eines meine Reiseprojekte in den nächsten Jahren beinhaltet das Schwimmen in allen größeren österreichischen und bayerischen Seen. Bisher bin ich bereits in den Chiemsee, den Mondsee, der Attersee und den Wörther See gesprungen, vergangenes Wochenende war der Starnberger See bei München an der Reihe.


Nun muss man natürlich wissen, dass der Starnberger und der Tegernsee nicht gerade billiges Pflaster sind: München ist eine der teuersten Städte Deutschlands, die Seen vor den Toren Erholungsgebiet der Reichen. Wer direkt an einem der Ufer übernachten will, zahlt. Preismäßig ganz ok war unser Hotel in Berg am Starnberger See: das Schloss Berg. Es gibt ein älteres Haus direkt am See mit Badeterrasse und -steg und eine neueres Haus, zirka 50 Meter höher gelegen. Parkplatz, Sauna und Infrarot-Kabine kann man kostenlos nutzen, das Frühstücksbüffet ist gut bestückt und direkt in der Nachbarschaft zwischen Berg und Leonie ist ein sehr schöner weitläufiger Schlosspark mit eine Votivkapelle, die zu Ehren des Märchenkönigs Ludwig II errichtet wurde. Dort ist auch die Stelle am See mit einem Kreuz markiert, an der der Kini und sein Leibarzt tot aufgefunden wurden.


Durchquert man den Park komplett, gelangt man schließlich in den nächsten Ort namens Leonie, wo genauso wie in Berg eine Schiffsanlegestelle ist. Wunderschön, aber nur etwas für betuchte Besucher das Strandbad dort:


Die große Seerundfahrt inklusive Besuch des Buchheim-Museums in Bernried kann man nur empfehlen, auch wenn der Einzelpreis für das Ticket von 23 Euro erst einmal teuer erscheint, es ist es wert: man kann alle größeren Orte am See anfahren und die Fahrt zweimal unterbrechen.



Für das Museum, das der Autor, Verleger und Kunstsammler Lothar-Günther Buchheim ("Das Boot") initiierte und noch persönlich mitgestaltete, sollte man sich Zeit nehmen. Ein sehr inspirierender Ort mit sehr gutem Café, das alle Sinne berührt. Bilder sagen mehr als Wort an dieser  Stelle.












Abends speisten wir im Restaurant des Hotels direkt am See, die Küche ist sehr gut, wir haben geschlemmt und kommen sicher wieder.



Mittwoch, 28. Juni 2017

Mit Style in den Sommer: meine Looks

Das soll ja eine Art Serie werden: hier kommen meine Sommerlooks. Besucht mich auch auf Instagram (unter ursulagaisa). Ich wünsche euch einen wunderbaren Sommer voll Sonne, guter Laune und schönen Momenten!


Donnerstag, 22. Juni 2017

Helmuts Kolume: Lammlachse halb confiert, halb gebraten mit Bohnen-Pfifferlings-Gemüse und Ofenkartoffel


So, meine Küchenschlacht-Serie ist für's erste ja mal beendet, aber ich habe ja dabei jede Menge nette und kochtalentierte Menschen kennengelernt. Einer davon ist Helmut Ketteniß, der auch heute wieder im Fernsehen (ZDF, 14.15 Uhr) kochen wird. In Zukunft wird er hier auf meinem Blog in einer eigenen Kolumne seine genialen Rezepte veröffentliche. Ich verändere nicht sehr viel an den Wortlauten, denn das Beschreiben gehört auch zu ihm. Und los geht's.


 

 

 

Lammlachse halb confiert, halb gebraten mit Bohnen-Pfifferlings-Gemüse und Ofenkartoffel 

 


„Ich habe heute mein wohl geilstes Stück Lamm gemacht: ein Mix aus Confieren und Braten.“
 

Und so ging es:

  • Die Lammlachse (ca. 200 gr. pro Stück) in einen Topf geben.
  • Vorher jedoch Olivenöl zusammen mit 2 Stücken Knoblauch, Zitronenzesten und Kräutern (Café de Paris) auf 65 bis 70 erwärmen. 
  • Das Fleisch einlegen und für 10 Minuten confieren. Zwischendurch mal wenden. 
  • Wenn das Fleisch erkennbar von außen bräunlich wird, rausnehmen und abtupfen.
  • Am besten eine Pfanne nehmen, die sich hoch erhitzen lässt - Vollgas.
  • Nur wenige Tropfen von dem Öl hinein und das Fleisch von beiden Seiten jeweils max. 2 Minuten Röstfarbe geben.
  • Jetzt pfeffern und salzen.
  • Lass das Fleisch noch gut 5 Minuten ruhen.
  • Vor dem Servieren mit einem Teelöffel von dem Öl napieren 



    Das Rezept für das Bohnen-Pfifferlings-Gemüse bekommt Ihr ab Freitag, den 23. Juni auf der Seite der Küchenschlacht. Also mir läuft das Wasser und euch?