Montag, 11. Dezember 2017

Veganes Originalrezept: Winter-Rollen aus Blaukraut

Ein komplett selbst kreiertes Rezept für die Winter- und Festtagszeit, denn wir wollen nicht alle einen Braten auf dem Teller oder? Inspiriert von meiner Gemüsekiste, die jetzt wieder wöchentlich bei mir eintrudelt...



„Kraut füllt die Haut, schwächet die Bein, macht die Wangen klein“, hat meine Oma mir schon erzählt. Hah, lang ist’s her. Das rötlich bis lilafarbene Blaukraut, norddeutsch Rotkraut oder Rotkohl, ist den ganzen Winter über frisch erhältlich und sehr vielseitig verwendbar: klassisch mit Rotwein und vielen Gewürzen verkocht (schmeckt am besten drei Tage nach dem ersten Kochen!) oder roh als Salat (in dünne Scheiben schneiden, mit Salz verkneten, wie einen Salat gut würzen, beziehungsweise anmachen und mindestens ein Nacht ziehen lassen!). Gesund ist es natürlich auch ohne Ende, das merkt man ja schon an der intensiven Farbe: es hat kaum Kalorien, bereits 200 g des Gemüses decken mit 100 mg den Tagesbedarf an Vitamin C, außerdem stecken 400 Prozent der von Experten empfohlenen Tagesdosis an Vitamin K drin. Es ist reich an Selen, Magnesium und Kalium. Auch sein hoher Gehalt an Ballaststoffen spricht für das Blaukraut, es hält also lange satt und bringt die Verdauung auf Trab.


Dieses Rezept ist etwas aufwändig, aber die Mühe lohnt sich. Und vegan ist es auch noch!



Und das braucht man (für 2 Personen und jeweils zwei dicke Rollen):

  • 4 möglichst große, unverletzte Blaukrautblätter
  • 100 g Blattspinat (frisch oder TK, der Frische fällt sehr zusammen, also viel kaufen)
  • 1 Zwiebel, 2 Knoblauchzehen
  • 100 g Räuchertofu
  • eine Handvoll Cashewkerne, ganz edel Pinienkerne
  • eine Karotte, in Stifte geschnitten
  • Öl, Salz, Sojasauce, Pfeffer aus der Mühle, etwas Muskat


Und so geht’s:

  • Die Blaukrautblätter in reichlich gesalzenem Wasser ca. 5 Minuten blanchieren, dann aus dem Wasser nehmen und mit Küchenpapier abtupfen.
  • Knoblauch und Zwiebel in kleine Würfel schneiden und in heißem Öl anbraten, Karottenstifte dazu geben und mit anbraten, zum Schluss den Spinat zugeben und kräftig mit Salz, Pfeffer, Sojasauce und Muskat abschmecken (etwa zehn Minuten köcheln lassen, bei Bedarf etwas Wein oder Brühe zugießen).
  • In zwei anderen Pfännchen den klein gewürfelten Räuchertofu und die Nüsse anbraten.
  • Das Ganze mischen und in die Blaukrautblätter füllen, die wie Reispapier bei Sommer-Rollen behandelt werden.

Auf dem Foto serviert mit etwas Guacamole und Granatapfelkernen

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Helmuts Kolumne: das ultimative Tomatensaucen-Rezept und Hähnchen aus dem Ofen

Heute ist wieder mein Kochkumpel aus der Küchenschlacht, Helmut Ketteniß, zu Gast bei FRANZ. Es gibt ein wunderbares Rezept für eine Tomatensauce à la Miracoli, mit der man dann in einer Variation Hähnchenbrust überbackt. Da werden bei mir ja schlagartig Kindheitserinnerungen wach. Das war, glaube ich, eines der ersten (Fertig-)"Gerichte", die ich selber kochen konnte. Spaghetti kochen, Tomatenmark und Wasser ins Töpfchen, dann diese herrliche Gewürzmischung dazu. Die steckte wahrscheinlich damals noch voll Glutamat, machte irgendwie süchtig. Wir mussten uns zu viert immer die 2-3-Personen-Packung teilen. Die hab' ich während meiner Schwangerschaft dann mal ganz allein gegessen.

Aber zurück in die Gegenwart und zu Helmut. Hier ist die Zutatenliste für die Sauce:


Und so geht's:


  • Zwiebel und Knoblauch hacken und in Öl (Helmut nimmt einen Wok) anschwitzen, mit etwas Tomatenmark anreichern (nicht die ganze Tube!) und mit etwas Rotwein und dem Fond ablöschen
  • Eine Dose Tomatensauce dazu geben, wer mag auch etwas stückige Tomaten aus dem Glas
  • Mit Ajvar, Zucker, Zitronensaft, den Kräutern, Salz und Pfeffer würzen und etwas einköcheln lassen



Das ist das Grundrezept, für die überbackenen Hähnchenbrust wird die Sauce noch mit Sahne und etwas Speisestärke angedickt, eingekocht und in einer ofenfesten Form über das Fleisch gegeben, alles mit Mozzarella-Scheiben abdecken und für 15 bis 20 Minuten in den vorgeheizten Ofen geben (220 Grad, evtl. die Grillfunktion aktivieren, um den Käse gut goldbrauch zu gratinieren).

Dazu gibt es Kartoffeln und Salat.

Bon appétit!

Montag, 9. Oktober 2017

Rezept: Ofenkürbis mit Linsengemüse


Herbstzeit ist Kürbiszeit: Ich verwende immer Hokkaidokürbisse, weil man die nicht schälen braucht. Und am allerliebsten mag ich sie so wie im Rezept beschrieben aus dem Ofen - voller Geschmack und Aromen. Gesund ist Kürbis natürlich auch: die kugeligen Gesellen liefern wichtige Vitamine wie Beta-Carotin als Vorstufe vom Vitamin A, Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium, Kalzium und Eisen und sättigende Ballaststoffe. Und wenn euch von dem Ofenkürbis etwas übrig bleibt, könnt ihr daraus eine leckere Suppe zaubern, Reste einfach pürieren und mit Gemüsebrühe aufkochen fertig. Dieses Rezept habe ich auf dem Blog musikgeschmack entdeckt, vor allem das Linsengemüse ist der Knaller, das kommt auf meine Alltime-Favourites-Liste. Danke Michael!



Kürbis aus dem Ofen mit Linsengemüse


Und das braucht man (für 2 Personen)


  • 1 Tasse feste Linsen (keine roten oder gelben, normale Tellerlinsen)
  • 1 Karotte
  • 1 Selleriestange
  • 1 kleine Zwiebel
  • 200 ml Rotwein
  • 400 ml Gemüsebrühe
  • 1 kleiner Hokkaidokürbis
  • 1 TL Mehl
  • 1 Lorbeerblatt
  • Salbeiblätter frisch
  • Olivenöl, brauner Zucker, Salz, Pfeffer, Tomatenmark, Balsamicoessig 



Und so geht’s:

  • Linsen waschen und in drei Tassen Wasser bissfest kochen, durch ein Sieb abtropfen
  • Parallel Karotte, Selleriestange und Zwiebel fein würfeln, in einem Topf mit reichlich Olivenöl auf mittelhoher Hitze gut zehn Minuten schmoren. Einen EL braunen Zucker und Tomatenmark und einen TL Mehl dazu, ein paar Minuten unter Rühren mitschwitzen, mit 200 ml trockenem Rotwein ablöschen und alles auf hoher Hitze fast zur Paste reduzieren. Ca. 400 ml. Gemüsebrühe dazu, aufkochen. Die Linsen und ein Lorbeerblatt dazu und ca. 15 min. leise weich köcheln lassen. Mit einem kräftigen Schuss Balsamico Essig, Salz und Pfeffer abschmecken.
  • Einen Hokaidokürbis halbieren, entkernen und dann in halbrunde Scheiben Tranchen schneiden. Mit reichlich Olivenöl, Salbeiblättern, Salz und ein bisschen Rohrzucker auf einem Blech vermischen und bei 180 in den Ofen, bis der Kürbis weich ist. Dann unter max. Oberhitze noch ein bisschen bräunen.

Bon appétit!


Montag, 2. Oktober 2017

Vom Glück des Essens: "Herdwärme" - eine kleine Kochschule von Okka Rohd

Es gibt nicht so viele deutschsprachige Blogs, die ich regelmäßig lese, aber Okka Rohds SLOMO gehört definitiv dazu. Sie ist (inzwischen) freiberufliche Journalistin und schreibt unter anderem für "Essen & Trinken", Myself, Nido oder Glamour. Ihre Liebe zum Kochen hat sie parallel zur Liebe zu ihrem Mann entdeckt. Und davon und noch viel mehr handelt ihr zweites Buch "Herdwärme. Eine kleine Kochschule für das große Glück zu Hause" (kailash) Lustigerweise habe ich eben erst das Rätsel des Titelfotos gelöst. Eine Woche lang hat es mich ständig begleitet, und ich dachte, was könnte das für eine leckere Bowl sein. Die kommt ja gar nicht vor...

Es ist natürlich das Thai-Curry, das ihr späterer Mann, mit dem sie inzwischen zwei Töchter hat, ihr in der ersten Phase des Verliebtseins in ihrer Wohnung gekocht hat. Die zugehörige Geschichte leitet diese wunderbare Kochschule sozusagen ein. Vorher habe sie von Ravioli, Pizza, TK-Reibekuchen und am Wochenende von Süß-Sauer-Soße aus dem Glas mit Reis und Hühnerstreifen gelebt. Seitdem hat sich viel getan. Okka Rohd bezeichnet sich jetzt als leidenschaftliche, aber sehr durchschnittliche Köchin. So beschloss sie eines Tages, sich das Kochen von Profis beibringen zu lassen.

Den vergnüglichen Reigen eröffnet ein Angestellter der österreichischen Botschaft in Berlin, der ein legendärer Schnitzelkoch ist: Ernst Schleich - und das obwohl Okkas Mann selber Österreicher ist. Einen Kniff hat Schleich ihm schon voraus: das Fleisch darf man nicht mir einem ordinären Fleischklopfer bearbeiten, das zerstört die Fasern, sondern mit einem speziellen Plattierer - oder dem Boden einer schweren Kasserolle. Und ob das Schnitzel wirklich gut brät und gelingt das hört man, ja es gibt ihn den "Sound des Schnitzels".

Nach jedem Kapitel gibt es - noch vor den detaillierten Rezepten - grün unterlegt nochmals alle Profitipps zusammengefasst. Bevor es auf zum nächsten Kochabenteuer geht, gibt es quasi als Verschnaufpause eine ganz persönliche Anekdote oder Erinnerung der Autorin - in ihrer für sie so typischen ganz eigenen liebevoll-bildhaften Sprache: wie sie das Kochen entschleunigt, dass sie auch für sich ganz allein kocht (einmal drei schokoladige Desserts auf einen Streich), über das rote Kochbuch, das bereits ihre Urgroßmutter besessen hat... Hach, eigentlich ist das Ganze ein spannendes, nein entspannendes Lesebuch, das noch dazu lehrreich und enorm unterhaltsam ist.



Wer gibt noch alles Profitipps: Sascha Ludwig (Filetstück) zum perfekten Steak, Florian Schramm von der Berliner Pizzeria Standard zur perfekten neapolitanischen Pizza; Florian Mickan vom Restaurant Joris (jetzt Factory Kitchen Berlin) bereitet drei Kartoffelgerichte zu: eine Suppe, Ofenkartoffeln mit Pesto-Quark und den Kartoffelsalat, den ich gleich ausprobieren musste (Rezept siehe weiter unten!)

Mit Eschi Fiege kocht Okka Rohd in Wien das perfekte Mittagsessen, mit der Foodbloggerin Tina Radtke von "Tiny Spoon" unterhält sie sich über Essen und Kinder (machte mich etwas melancholisch, weil das mit meinem Sohn alles so gar nicht klappt...), Caroline Grinsted (Muse) macht Vorschläge, was man am besten für große Runden kocht, und Christoph Hauser (Herz & Niere) führt uns an Innereien heran, es gibt eine Leberknödelsuppe. Ein besonderes Highlight sind noch die Desserts des französischen Kochs Pierre-Olivier Lenormand: Reispudding mit Karamell und Schokoladenküchlein mit flüssigem Kern... mmh...

Und dann gibt es noch: Windbeutel, Käsekuchen, Rote Bete in allen Variationen, eine Anleitung, wie man sich frei kocht, Tipps zu einer Küchengrundausstattung und und und...

Die stimmungsvollen besonderen Fotos stammen von Simone Hawlisch, alias "Fräulein Sonntag" und passen wunderbar zu diesem besonderen Buch.

Auf SLOMO liest Okka Rohd gerade an ihrem Küchentisch aus ihrem Buch vor, wenn Ihr also einen ersten Eindruck bekommen möchtet. (klick)

Zwei Gerichte habe ich nachgekocht: einmal den Kartoffelsalat von Florian Mickan und einen besonderen Salat von Petra Rimkus (deli.cat).

Kartoffelsalat


Hinweis: er schmeckt am besten, wenn man ihn vier Stunden durchziehen lässt.

Und das braucht man ((großzügig für 4 Personen):

  • 2 kg vorwiegend festkochende Kartoffeln
  • 2 Gemüsezwiebeln
  • 100 ml Weißweinessig
  • 200 ml Rapsöl und ein wenig Öl zum Anschwitzen der Zwiebeln
  • 200 ml Rinder- oder Geflügelfond
  • 1 EL grobkörniger Senf
  • 1 EL mittelscharfer Senf
  • 1 Messerspitze Muskatnuss
  • 2 Granny-Smith-Äpfel
  • 1 Handvoll glatte Petersilie
  • 3-4 Gewürzgurken
  • 1 Spritzer Zitronensaft
  • Salz und frische gemahlener schwarzer Pfeffer

Und so geht's:

  • Kartoffeln waschen, auf ungefähr die gleiche Größe bringen, in einen Topf mit kaltem Wasser legen, dass sie gerade bedeckt sind, aufkochen, ca. 20 Minuten köcheln lassen, ich steche mit einem spitzen Messer in die Kartoffeln, wenn es durchgeht, sind sie fertig.
  • Kartoffeln abgießen, kurz ausdampfen lassen und noch möglichst heiß schälen, in 1,5 cm große Würfel schneiden
  • Gemüsezwiebeln schälen, fein hacken und in Öl glasig schwitzen, Essig, Öl, Fond, Senf, Muskatnuss dazu geben, verrühren und kurz aufkochen, mit Salz und Pfeffer abschmecken, vom Herd nehmen
  • Äpfel in ca. 1 cm große Würfel schneiden, Gürkchen fein würfeln, Petersilie klein schneiden
  • Alles zusammen in eine große Schüssel geben, vorsichtig vermischen, mit einem Spitzer Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken

Nach den vier Stunden gegebenenfalls nochmals mit etwas Essig und Salz nachhelfen (meine Kartoffeln hatten alles aufgesaugt, Kartoffeln saugen viel Geschmack!)

Radicchio-Salat mit Birne, Zucchini und Walnüssen


Das braucht man (für 4 Personen)

  • 1/2 Radicchio
  • 1 Zucchini
  • 1 Birne (nicht zu weich! am besten große und hart, meine konnte ich nicht mit dem Julienne-Schäler streifig schneiden, weil sie schon zu weit war, und die Birne balanciert diesen Salat durch die süße Fruchtigkeit erst gut aus)
  • 1 gute Handvoll Walnüsse (bie mir waren es Cashewkerne, da ich gegen Walnüsse allergisch bin)

Für das Dressing

  • 3 EL Kürbiskernöl
  • 3 EL Apfelessig
  • 3 EL Apfelsaft
  • 1 TL Agavendicksaft
  • 1 TL grober Senf

Und so geht's:

  • Radicchio waschen und so dünne Streifen wie möglich schneiden
  • Zucchini waschen und mit einem Julienne-Schneider in feine Streifen schneiden (oder mit einem Sparschäler...), Enden und Kerngehäuse übrig lassen und für einen Fond verwenden
  • Birne waschen und ebenfalls mit dem Julienne-Schneider bearbeiten, sie darf nicht zu reif sein, siehe oben!
  • Walnüsse klein schneiden und alles in einer Schüssel vermengen (ich habe meine Cashews noch angeröstet für den Crunch)
  • Alle Dressingzutaten in ein Marmeladenglass geben, gut durchschütteln und über den Salat geben, ruhig etwas durchziehen lassen! Mit Salz und Pfeffer abschmecken

Bon appétit!

Und in welches Kochbuch und in welche Gerichte seid Ihr gerade verliebt? Ich freue mich über jeden Kommentar!


Donnerstag, 21. September 2017

Die roten Geheimnisse - ein Buch von Albert Espinosa (Club der roten Bänder)

Albert Espinosa, geboren 1973 in Barcelona, wo er auch heute noch lebt, ist Autor, Schauspieler, Film- und Theaterregisseur. Mit 14 Jahren erkrankte er an Knochenkrebs, verlor im Laufe der Krankheit ein Bein, einen Lungenflügel und Teile seiner Leber, zehn Jahre verbrachte er mehr oder weniger im Krankenhaus. Er schrieb das autobiografische Drehbuch zur sehr erfolgreichen Vox-Serie "Club der roten Bänder". Seitdem hat Albert Espinosa weitere Romane und Sachbücher veröffentlicht. 

"Die roten Geheimnisse" (kailash Verlag) ist eine Art Ratgeber zum Glücklichsein. Den ersten Teil hat Espinosa angeblich in der Nacht geschrieben, in der sein Vater starb. Nicht krampfhaft nach dem Glück soll man suchen, sondern jeden Tag das Leben feiern, das ist kurz und knapp die Botschaft des Buches, das allen helfen soll, die gerade vielleicht mit einem großen Verlus zu kämpfen haben. Dabei unterteilt er die Menschen in Draufhauer und Lupfer: "Draufhauer kritisieren jede Veränderung. Sie werden dir versichern, dass wahres Glück überhaupt nicht möglich ist und dass du von neuen Sachen besser die Finger lässt... (...) Du hingegen musst ein Lupfer sein und den Ball erreichen, bevor er die Erde berührt. Zu lupfen bedeutet, schnell und intuitiv auf das Leben und Ungerechtigkeiten zu reagieren."
Das erste Kapitel soll dann „eingeatmet“ werden: die Schrift ist extrem groß, manchmal findet man auf einer Seite nur eine Weisheit à la Espinosa wie "Zu leben heißt glücklich zu sein" oder "Schluss mit Hektik und Stress, die Gegenwart ist dort, wo du dich jetzt gerade befindest."
Nun ja, ich habe das Buch (376 Seiten!) - ehrlich gesagt - schwer durchgehalten. Natürlich ist viel Wahres dran, man sollte in der Gegenwart leben und das Hier und jetzt genießen, aber das Ganze ist schon ziemlich künstlich aufgeblasen. Hübsch anzusehen beim Durchblättern, ja... Alles ist mit netten Bildchen illustriert, ja gut, man kann es einfach an einer Stelle aufschlagen und sich inspirieren lassen, Anleitungen zum Zufriedensein...

Montag, 18. September 2017

Verstecken gilt nicht! Ein Buch für Schüchterne, die es nicht mehr sein wollen

Die Autorin dieses auch haptisch sehr schön gestalteten Ratgebers (kailash), Melina Royer, litt in ihrer Kindheit und Jugend unter ihrer extremen Schüchternheit, was darin gipfelte, dass sie kurz vor dem Abitur die Schule verließ, weil sie schlicht und einfach zu viel Angst vor den Lehrern und dem ganzen System hatte. Ihre eigene Schüchternheit schildert sie sehr anschaulich im ersten Drittel des Buchs: "Allein die Aussicht, mit mehr als zwei fremden Leuten in einem Raum zu sitzen, macht, dass sich mir die Nackenhaare aufstellen. (...) In einer Art Dauerschleife kreisen dann nur noch diese Fragen in meinem Kopf herum: Was denken die Leute von mir? Wie sehe ich gerade aus? Mache ich mich gerade total lächerlich?, Was ist, wenn ich etwas Falsches sage?"

Melina Royer ist zudem noch introvertiert und hochsensibel, was die Sache nicht gerade einfacher für sie machte. Dabei können Schüchterne im Innern tolle interessante Persönlichkeiten sein, die sich einfach schlecht mitteilen können und sich eher mit vertrauten Personen wohl fühlen. Irgendwann wollte Melina Royer raus aus ihrem Schneckenhaus, ihrer Komfortzone, wie sie diese bezeichnet, und raus aus ihrer selbstgewählten Opferrolle. Sie gründete den Business-Blog Vanilla Mind, durch den sie Gleichgesinnte findet, denen sie mit Rat und Tat zur Seite steht. Das macht sie (immer noch) glücklich. Wem es ebenso geht wie der gelernten Grafikerin, findet im zweiten Teil des Buchs jede Menge Tipps und Tricks, wie man sein Selbstbewusstsein stärken und schließlich "die Welt erobern" kann: ein positives Mindset, Rituale, mentale Affirmationen, Sport und ein unterstützendes Umfeld helfen Schüchternen, stärker zu werden und ihre Blockaden zu überwinden.
Melina Royer schreibt sehr anschaulich, selbstironisch und witzig, es macht Spaß, sie auf ihrem Weg in die Selbstachtung zu begleiten. Ich bin selber hochsensibel und habe mich auch vor allem in den Begleiterscheinungen, sie sie beschreibt sehr gut wieder finden können: Schwarz-Weiß-Denken, Gedankenkarussells, die einen den Schlaf rauben können, und Perfektionismus, der einem das Leben zur Hölle machen kann.
Weitere sieben Frauen mit ihren Erfahrungsberichten kommen übrigens auch zu Wort, um aufzuzeigen, wie verbreitet Selbstzweifel sind und wie unterschiedlich man mit seinen Problemen umgehen kann. Hätte ich einen solchen Ratgeber mal schon früher in meinem Leben gehabt... Klare Empfehlung!

Buch-Tipp:
Melina Royer: Verstecken gilt nicht! Wie man als Schüchterner die Welt erobert (kailash Verlag)

Mir wurde freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, danke!



Mittwoch, 13. September 2017

Sehnsucht nach Griechenland: Helmuts Kolumne

Heute gibt es ein superschnelles, superleckeres Rezept von Helmut Ketteniß, meinem Mitstreiter bei der Küchenschlacht, Gourmet und begnadeter Koch. Eigentlich ist es aber von seiner Frau Iris, aber es bleibt ja in der Familie. Sie macht auch bald bei der KS mit. Tja, wie nennen wir das? Schafskäseleckerei aus dem Ofen? Griechisches Allerlei? Egal. Ran an den Backofen, vorheizen, paar Zutaten kaufen und los geht's!

Und hier das Rezept (wie immer in Helmuts Wortlaut)


250 gr. Schafskäse, entweder in dicke Scheiben oder kleine Stücke brechen. 1 rote Zwiebel in Scheiben schneiden, 3 Knoblauchzehen in dünne Scheiben schneiden, 1 rote Paprika in feine Streifen schneiden, Oliven in dünne Ringe schneiden, Peperoni in Stücke schneiden. 
Ein Stück Chorizo pikant in dünne Scheiben schneiden. 


Das Gemüse mit Olivenöl in einer Pfanne dünsten, gut mit Pfeffer und Salz würzen. Die Chorizo kurz mitdünsten. In einer Auflaufform den Schafskäse verteilen, darüber das Gemüse mit der Chorizo geben, eventuell noch etwas Olivenöl dazugeben. Bei 160°C ca. 10 min. in den Backofen. Mit Ciabatta zusammen schmeckt es wie in Griechenland!

Dienstag, 12. September 2017

Vegane Moussaka - nach Attila Hildmann: ein Rezept

Hallo Ihr Lieben, da bin ich wieder. Nicht so wirklich erholt, da mich vor unserem Familienurlaub auf der Insel Cres eine schlimme Sommergrippe erwischt hat, die sich dann in einem engen Zimmer zu einer ausgewachsenen Bronchitis entwickelt hat. Sei's drum. Dieses Rezept habe ich auf dem Blog von Andrea Burkhardt, die auch schon bei der Küchenschlacht mitgemacht hat, entdeckt. Eigentlich ist es vom veganen Fitness-Pabst Attila Hildmann. Aber hier erst noch ein paar hübsche Bilder von der Insel, die konnte ja nichts dafür, dass ich krank war.








Und hier ist das Rezept:

Vegane Moussaka


Das braucht man (für 8 Türmchen):



  • 1 große Süßkartoffel und 2 Auberginen (ungefähr gleich im Durchmesser)
  • 300 g Tofu oder Sojagranulat
  • 1 große Zwiebel
  • 1 Lauchzwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 150 g Tomatenmark
  • 1 TL Ahornsirup (oder Agavendicksaft)
  • 30 ml Rotwein
  • 1 EL Zitronensaft
  • Salz, Pfeffer, Chiliflocken, Olivenöl




 

Topping:

  • 30 g Sesampaste (Tahini, gibt’s im Asialaden)
  • 50 ml Kokosmilch (oder Hafermilch, was Ihr zum Strecken so vorrätig habt)
  • 1 EL Wasser
  • 1 EL gehackte Petersilie
  • 1 TL Zitronensaft
  • Salz, Pfeffer 

Und so geht’s:


  • Backofen auf 250 °C vorheizen. Süßkartoffeln schälen und in dünne Scheiben schneiden. Auberginen waschen und in etwa 1 cm dicke Scheiben schneiden, salzen und ca. 15 Minuten schwitzen lassen, das herausgetretene Wasser mit Küchenkrepp abtupfen.
  • 2 EL Olivenöl und ½ TL Salz mischen. Süßkartoffeln und Auberginen damit vermengen. (oder damit einpinseln)
  • Auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und im Ofen ca. 15 Minuten auf der obersten Schiene backen, bis das Gemüse leicht Farbe annimmt.
    Inzwischen den Tofu zerbröseln (falls man kein Granulat zur Verfügung hat).
  • Zwiebel und Knoblauch dazugeben und weitere 3 Minuten braten. Mit Tomatenmark und Ahornsirup 1 Minute weiterbraten, salzen, pfeffern und mit Rotwein ablöschen.
    Pfanne vom Herd nehmen.
    Für das Topping Sesampaste mit Wasser und Kokosmilch in einem kleinen Topf erhitzen. Petersilie unterheben, mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer würzen.
  • Zum Anrichten Türmchen schichten: dafür abwechselnd 1 Auberginenscheibe, etwas Tofuhack, 1 Süßkartoffelscheibe und etwas Tofuhack stapeln, bis die Zutaten verbraucht sind. Saftiger wird es, wenn man auch auf das Hack jeweils etwas von der Tahinisauce tröpfelt. Weil das Ganze so kang dauert, kann man die Türmchen am Ende nochmals im Ofen erwärmen, dann wird das Ganze auch schlotziger. Vor dem Servieren jeweils 1 EL Topping auf den Türmchen verteilen.
Bon appétit!



Mittwoch, 19. Juli 2017

Ein Buch für Eltern: Ab ins Netz?!

Heute geht es mal ausnahmsweise nicht um Essen, Trinken und Genießen, sondern um ein sehr wichtiges Thema, das vor allem Eltern betrifft: den Umgang mit dem Internet. Wegzaubern oder wegdenken kann man es einfach nicht mehr, auch wenn sich das manche sicherlich gerade beim Verhandeln mit ihren Sprösslingen wünschen würden. Die Autorin Katja Reim (geb. 1974) ist selbst Mutter einer Tochter, außerdem Journalistin und "von Natur aus neugierig". Sie bloggt seit Jahren über ihre Aha-Erlebnisse in der digitalen Welt (www.mein computerkind.de), ist außerdem oft zu Gast in Diskussionsrunden, Tagungen und Kongressen zum Thema Medienkompetenz. Und das merkt man den gut und flüssig geschriebenen Texten auch an.

Katja Reim hat ihre Tochter Maria Schritt für Schritt in die Medien- und digitale Welt begleitet. Dabei vertraute und vertraut sie immer auf ihre Intuition und verkneift sich "digitale Nannys", mit denen man Kinder und ihre Wege im Netz überwachen kann. Ich konnte selber noch einiges lernen: wer weiß schon genau, wie das Internet eigentlich entstanden ist, wer es erfunden hat etc. Weitere wichtige Themen sind Werbung, Spiele, Quellen, Datenlecks, Cybermobbing, und ja, auch das Thema Pornos wird angeschnitten. Das Ganze ist mit Zeichnungen von Diana Meier-Soriat illustriert, die die oft komplexen Zusammenhänge visualisieren, außerdem gibt es zu jedem Kapitel weiterführende Links.
Der Autorin gelingt es, die digitale Welte weder zu verteufeln noch in den Himmel zu loben. Sehr lesenswert für alle Eltern, die einen vernünftige Umgang weitergeben und erlernen wollen.

Katja Reim: Ab ins Netz?! Wie Kinder sicher in der digitalen Welt ankommen und Eltern dabei entspannt bleiben (Kösel-Verlag)

Ein Rezensionsexemplar wurde mir vom Verlag zur Verfügung gestellt, danke!

Dienstag, 18. Juli 2017

Easy Peasy - ein neues Kochbuch und das Rezept für den "Grünen Morgen"

Meine Kochbuch-Leidenschaft wird nie nachlassen. Und auch wenn der Mann immer sagt, huch schon wieder eines und warum lädst du das nicht auf dein iPad? Ganz einfach, weil ich gerne blättre, und wenn es dann auch noch so wunderbar bebildert ist wie "Easy Peasy - Einfach kochen mit 2 bis 8 Zutaten" (Callwey), ist das eine wunderbare visuelle und haptische Erfahrung. Erfunden hat die veganen simplen Rezepte die Japanerin Risa Nagahama. Sie ist die Partnerin des Fotografen Joerg Lehmann. Sie lernten sich 2007 in Paris kennen, jetzt leben sie ein paar Jahren in Berlin. Kulinarisch war die deutsche Hauptstadt für die beiden erst einmal ein Schock - im Vergleich zu Paris oder Tokyo. Aber schaut doch einfach erst Mal mit mir ins Buch, Söhnchen hat geblättert...


"Wir mussten auch feststellen, dass Essengehen nicht funktioniert wie in Paris. In Frankreich waren wir es gewohnt, in einem Restaurant ein Menü mit drei Gängen zu bekommen. Dabei waren die Portionen von der Vorspeise bis zum Dessert genau richtig bemessen, um einen angenehmen Abend zu zweit zu verbringen."

In Berlin saßen die beiden plötzlich vor riesigen Portionen, so begann Risa selbst zu kochen. 2016 starteten sie dann das vorliegende Kochbuch-Projekt, in das die Reiseerfahrung von Joerg Lehmann und die japanischen Wurzeln von Risa ein wichtige Rollen spielen. Wenige Zutaten und Aromen werden hier verwendet, die Gerichte lassen einem trotzdem sofort das Wasser im Munde zusammenlaufen. Unterteilt ist es in die Kategorien "Morgens", "Mittags", "Zwischendurch" und "Abends". Sehr originell sind auch auch die Titel wie "Japanisch für Anfänger", "Scharf im Sofa" oder "Wie damals, nur anders".

Ich habe mich am "Grünen Morgen" versucht und daraus einfach eine sommerliche gekühlte Gazpacho gezaubert. Meine Fotos müsst Ihr verzeihen, bin eben nicht Joerg Lehmann. Geschmeckt hat es trotzdem sehr.


Und das braucht man:

(für 1 Person sagt Risa, ich finde als Vorspeise reicht es für 2)
  • 1 mittelgroße Salatgurke
  • 3-4 Zweige frische Minze
  • 10 g Erbsensprossen (hatte ich nicht)
  • Pfeffermix
  • 1 Limette
  • 250 g Erbsen, frisch oder TK

Und so geht's:

  • Erbsen 2 Minuten in kochendem Wasser garen, abschütten, kalt abschrecken und abkühlen lassen
  • Gurke waschen und in grobe Scheiben schneiden, Sprossen, Minze waschen und trpcken schütteln
  • Limettensaft, Gurke, Erbsen, Sprossen und Minze in ein hohes Gefäß geben und pürieren. (Risa gibt 150 ml Wasser dazu, das war uns zu viel, ein Schuss reichte uns)
  • Mit Salz und Pfeffer abschmecken und gekühlt mit Minze garniert servieren (etwas Tabasco kam gut!)


Bon appétit!

Ein Rezensionsexemplar wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt, danke!

Montag, 17. Juli 2017

Sommerfrischer Salat: Rezept für eine Bowl à la niçoise



Heute gibt es von mir ein frisches Rezept für heiße Tage. Denn da will man abends nicht mehr groß mit dampfenden Töpfen hantieren, deshalb gibt es Salat – modern angerichtet in einer Bowl.



Erfunden wurde dieses Rezept nicht, wie man annehmen könnte, im sonnigen Nizza, nein, anscheinend hatten die Pariser Sehnsucht nach dem Süden. Veröffentlicht wurde es erstmals 1893, der Küchenchef Auguste Escoffier machte es 1903 in einer Zeitschrift berühmt. Die Zutaten können etwas variieren, mal sind Artischocken mit dabei, mal Paprikaschoten und Zwiebeln. Wer mag, kann auch ein Tunfischfilet verwenden, das wäre dann die Luxusvariante. Ich nehme schnöden Fisch aus der Dose, aber natürlich Delfin-freundlich gefangen: nur einzeln mit der Angelrute, klar. Vegetarier, beziehungsweise Veganer lassen den Fisch und die Eier einfach weg, der Salat ist trotzdem sättigend und schmeckt. Ich habe die Kartoffelspalten im Ofen gebacken, Ihr könnt aber auch gekochte Kartoffeln verwenden. Einfach gut abkühlen lassen oder über Nacht im Kühlschrank aufbewahren. Anrichten kann man das Ganze natürlich auch in einer großen Schüssel oder auf einem Teller. Aber Bowls sind im Moment total angesagt, deshalb stelle ich euch diese Variante vor, hübsch sieht es allemal aus, oder?


Und das braucht man (pro Person und Bowl):

  • 1 Tomate
  • 1 Handvoll grünen Salat (Eisberg oder so)
  • 1 gekochtes hartes Ei
  • 1 halbe Dose Tunfisch
  •  Schwarze Oliven ohne Kern (5-8)
  •  1 Büschelchen Rucola
  •  1 große Kartoffel (gekocht oder gebraten)
  • 2 Sardellenfilets
  • 1 Handvoll gekochte grüne Bohnen (10 Minuten in Salzwasser, gut mit kaltem Wasser abschrecken!)
  • Dressing aus 2 Teilen Olivenöl, 1 Teil Weißweinessig, 1 TL Dijonsenf, Salz, Pfeffer, etwas Zucker


Und so geht’s:


  1. Salat zerzupfen und als Grundlage in die Bowl schichten, mit etwas Dressing beträufeln
  2. alle anderen Zutaten hübsch rundum in die Schale geben, den Tunfisch oben drauf drapieren, alles mit den Dressing beträufeln, (in der Fachsprache heißt das napieren (man lernt nie aus), kräftig mitPfeffer würzen und servieren.
Bon appétit!